Montag, 22. April 2013
Dünenspargel
Abends gibt es Spargel, den wir unterwegs vom Bauern gekauft haben. Unserer erster Spargel 2013 – wir „verpassen“ die norddeutsche Spargelsaison...leider
20_04 Ankunft Dune du Pyla
Über Landstrassen und Radwege geht es bei Gegenwind zur Düne von Pyla bei Arcachon, wo wir für eine Woche ein Mobilhome mit 2 Zimmern, Wohnküche, Bad mit Dusche und WC gemietet haben. Diese „Hütte“ liegt dicht an der Düne, unweit vom Gleitschirmstartplatz des Campingplatzes. Bis zum Strand ist einiges an Sand zu bewegen, erst runter und dann wieder rauf.....(oh wie schön ist Langeoog....)
Am Sa Nachmittag bei Windgeschwindigkeiten bis 46 km/h sind nur Experten mit Gleitschirm in der Luft unterwegs. Friedrich ist von der Radtour ziemlich geschafft und da Anfänger auch wartebedürftig auf wenige Wind. Wir haben aber erst einmal einen Ruhetag nach 10 Tagen radeln verdient – eigentlich versuchen wir, einen freien Tag pro Woche einzubauen....
19_04 Salles Hotel mit Niederländischem Ehepaar
Am Flüsschen Eyre haben wir ein angenehmes Hotel, von jungen Niederländern betrieben - trotzdem gab es leckeres französisches Essen!
Zum Frühstück gab es gar Buten und Binnen vom Vortag im TV – und wir konnten unser Niederländisch mit den Hoteliers benutzen.
Von Villandraut bis Salles: Entlang der Eisenbahntrasse
18_04 Villandraut Altes Ehepaar (80 & 76 Jahre) macht Chambre d` Hotes
Madame war es nach dem Auszug der Kinder zu ruhig im Haus und nahm die Beherbergung von Gästen auf. Als angenehmer Nebeneffekt konnten so die vielen Fenster mit Doppelglasscheiben ausgestattet werden – in Frankreich längst nicht Standard im Süden und Westen...
Monsieurs Großvater hatte das abgebildete Gerät zur Gewinnung von Pfllanzensaft verwendet. In der Gegend namens „Les Landes“ befand sich früher eine große Wüste, die durch intensive Aufforstung - speziell zur Holzgewinnung für Bergwerke in England- verdrängt wurde. Durch die Trockenlegung der Moore wurde auch die Malaria zurückgedrängt (nur zur Info: das gilt auch für Norddeutschland!).
Monsieur hatte in der Stadtverordnetenversammlung für eine Umwidmung der Bahnstrecke in eine Fahrradtrasse gestimmt – der Weg ist angenehm autofrei und gut zu befahren. Wir begegnen kaum anderen Rädern, da es noch außerhalb der Saison ist.
Eine Übernachtung von uns beiden mit Frühstück schonte unsere Haushaltskasse: insgesamt 40 Euro für die Übernachtung plus 2x4 Euro Frühstück – Merci!
Und danke, dass wir in dem selben Ort nicht im abbruchreifen Schloss des französischen Papstes Clemens übernachten mussten.
17_04 Chambre d`Hotes in La Réole
In diesem Haus, mitten in der Stadt mit Garten leben 2 Katzen und 2 Hunde – wir haben ein großzügiges Zimmer und können uns mit allen Plünnen gut auspacken. Angenehm ist es, dass wir die Zeltsachen und den Gleitschirm in einem ebenerdigen Raum mit den Rädern wegschließen können.
Hier ist übrigens der Sommer ausgebrochen: Rund 26 Grad im Schatten und 37 Grad in der Sonne. So wundert es uns gar nicht, dass wir nach 68 km ganz gut geschafft sind.
Das Abendessen beim Italiener draussen mitten in der Stadt – sehr angenehm und lecker!!
Das ist eine „Entschädigung“ für insgesamt 76 km Strampeln – bisher die größte Tagesetappe! Unsere Sitzflächen tun weh...!
16_04 Seringnac-sur-Garonne – Schlösschen
Unser Hotel liegt in einem Schösschen, in dem wir nur 2 Einzelzimmer bekommen – mag man hier keine Männerpaare? Wir sind nach 68 km Strampeln zu erschöpft, um uns eine Alternative zu suchen. Kleine „Entschädigung“ waren der sympathische Kellner und die Katze im Hotel....
Übrigens die Sonnebrille war wirklich beim Fahren nötig!
16_04 Kornkammer in Auvillar
Geburtstagsfeier nicht in der Abtei
Georgs (69) Geburtstagabendessen war in der „Pilgerherberge“ einfach, ein aufwändigeres Essen wird auf dieser Fahrt hier und da bestimmt nachgeholt. Alle, die Georgs Geburtstag vergessen haben, können immerhin behaupten, es telefonisch bei ihm/uns Zuhause versucht zu haben....
Als Geschenk bekam Georg von Friedrich eine neue Geschichte von „Bert und sein Pferd und die Mini-Robot-dings-bums“, die Georg bereits vor längerer Zeit in Bremen Bild für Bild koloriert hatte. Die „gedruckte“ Fassung und den Text kannte Georg jedoch noch nicht.
55 km gestrampelt
P.S. Die Abtei in der Stadt ist ansehnlich, doch wir haben uns mehr in dem Art deco – Stadtviertel umgesehen, das bei einer Überschwemmung ziemlich zerstört wurde.
15_04 Moissac mit Abtei und Unterbringung bei irischer Familie
Ein Ire hatte rechtzeitig vor der Krise sein Haus in Dublin verkauft und in Moissac ein schönes, aber renovierungsbedürftiges Anwesen gekauft – nachdem er einmal zu Fuß nach Santiago de Compostella gepilgert war. Mit seiner Frau hat er eine sehr behagliche Unterkunft für Pilger, Radler usw. geschaffen. Bis zu 16 Leute werden beherbergt und von ihm auf Wunsch beköstigt. Es war mal wieder nett, sich in einer nicht französischen Fremdsprache verständigen zu können, meinte Friedrich.
Sonntag, 14. April 2013
14_04_2013 Nix los in St. Jory
Nach genau 60 km Radweg nehmen wir eine Unterkunft in einem Logis de France in einem ziemlich langweiligen Örtchen. Das Hotel ist recht neu, bietet uns eine angenehme Unterkunft und WLAN für diesen Blog. Sonst muss man hier keinen Halt mac
hen...Aber unsere Schultern und der Hals/Nackenbereich leiden, denn das Festhalten der Lenker bei (Seiten-) Wind macht sich bemerkbar. Gymnastik ist angesagt. Mittags gibt es im Hotel Essen, dank des Windes sind wir vor 14 Uhr angekommen. Das kleine Picknick unterwegs war eher etwas „für den hohlen Zahn“....Mitleid ist nicht angesagt, wir kommen auf unsere Gaumenfreunden.
Das Foto zeigt die BAcksteinkirche - in Albi gibt es einen ganzen Dom aus BAcksteinen. Wir haben diese schöne Stadt auf dieser Reise gestrichen, um noch länger in der Wärme zu radeln...
3-er Treffen der Kanäle - 14_04_2013
In Touslouse treffen wir mit dem Canal du Midi auf zwei weitere Kanäle – wir nehmen weiter den Canal lateral à la Garonne, und zwar möglichst schnell aus der Stadt heraus. Die meisten Radwegbenutzer liegen zum Glück bereits hinter uns und wir fahren weiter mit dem heftigen Rückenwind, was den Stromverbrauch unserer Motoren erheblich reduziert.
Toulouse - Armut in Frankreich
Durchfahrt von Toulouse – nie wieder am (schönen) Wochenende!! 14_04_2013
Bei Wind mit Geschwindigkeiten von 16-20 km/h mit Böen deutlich oberhalb von 30 km/h (der mitgenommene Windmesser macht sich nützlich) fahren wir über den gut asphaltierten Radweg am Canal du Midi in Richtung Toulouse. Je näher wir an die Großstadt kommen, desto mehr Radler (Gruppen von Rennrad- oder Mountainbikes, Sonntagsradlern und Leuten mit städtischen Leihrädern – Achtung, alle nicht ungefährlich), Skater, Wanderer, Jogger, Familien mit Hund und oder Kindern usw. bewegen sich auf dem Radweg. Bereits 2010 hatten wir eine Beinahekollision mit einer baseligen Radlerin....wir sind vorgewarnt und froh, dies alles ohne Blessuren mit nur 2 Beinaheunfällen hinter uns zu lassen.
Friedrich wurde übrigens heute ein Stück vom Radweg geweht – der Kanal ist teilweise kurvig, sodass auch mal der Wind von der Seite kommt...Tja man(n) muss auch Glück haben, bei einer solchen Tour und rechtzeitig zum stehen kommen.
Übernachtung im Holzhäuschen ohne weitere Schnarcher - 13_04_2013
Wir finden auf einem alternativen Projekt, der Kombination von Pflanzenanbau, dem Angebot auf 4-rädrigen, zweisitzigen Fahrrädern zu fahren, mit dem Kanadier auf dem Canal du Midi zu paddeln, an dem Städtchen Villefranche de Lauragais eine Holzhütte als Unterkunft. Mit uns wird - für die Besitzer ebenso erstaunlich wie für uns – die Sison eröffnet. Der Vermittlung durch das Office de Tourisme wollte man nicht widersprechen und die Reparatur der Sanitäranlagen gingen schneller als erwartet zu ende. In der Hütte hätten noch neben uns drei weitere Leute Platz gehabt, meist Radfahrer oder Wallfahrer auf den Weg nach St. Jacques de Compostelle – aber heute haben wir die Hütte für uns alleine.

Canal du Midi
Man sollte diesen Canal schon mal mit einem Boot befahren oder mit dem Rad beradelt haben – letzteres aber erst ab dem Beginn des Departemens Haute-Garonne, denn das sich östlich anschließende Departement Aude sorgt nicht besonders gut für die (Rad-) Wege: Schotter, Wurzeln, Pfützen....auch mit weniger Gepäck auf dem Rad eine Herausforderung.
Der Kanal ist reichlich mit Platanen umsäumt, man sollte besser sagen, noch (!) umsäumt, denn das Platanensterben ist im vollen Gang. Manche erkrankten Bäume zeigen schon dunkele Stellen, die auch für Laien sichtbar sind.
13_04 Pyreneen - coole Berge
Zum ersten Mal in der Umgebung des Canal du Midi sehen wir in weiter Ferne die teilweise mit Schnee bedeckten Pyreneen. Fast so wie Zillertal und Alpen, schwärmt Friedrich. Der Gleitschirm darf (noch) nicht im Wind flattern, sondern muss noch rund 1 Woche warten. Die Aussicht ist beeindruckend, kaum ein Wölkchen am Himmel...
Keine Schlangen – Prozessionen der Spinner
Besonders Friedrich war hocherfreut, endlich Prozessionen von Spinnern zu sehen, u.a. den Eichenprozessionsspinner(n): Raupen wandern dicht hinter einander in einer Reihe durch die Landschaft, vermutlich um neue Bäume zu befallen. Wir lassen uns aufklären, dass sowohl Eichen als auch Nadelbäume (Pinien) befallen werden. Erstaunlich ist die Einhaltung der Raupenkette, niemand überholt. Uns bleibt ein Rätsel, wie die Tiere sich für ein Leittier entscheiden. Biologen kämen vermutlich schnell auf die Idee, das erste Tier zu entfernen und dann abzuwarten, was passiert. Wir bemühen uns bei Ketten von mehr als 50 Tieren, die den kompletten Radweg queren, mittig über die Tiere zu fahren. In Bremen und anderen Gegenden scheint man fast panikartig an der Bekämpfung der Raupen zu arbeiten (federführend eher das Gesundheitsamt als der Pflanzenschutzdienst), denn von den Raupengespinsten geht angeblich eine Allergiegefahr aus. Den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln hält Friedrich für eine unnötige Vergeudung von Ressourcen und Belastung der Natur, denn zur rechten Zeit kann man das Problem einfach mit einer Schaufel und einem Eimer einsammeln und leicht entsorgen!
Ein Gärtner sagte uns, dass man die Bäume auch mit einer Ummantelung schützen kann, die von den Raupen nicht überwunden w
erden kann. Warum sollte man erst so lange warten, dass man mit viel Aufwand Gift spritzen muss, dass dann in der Umwelt weitere Schäden verursachen wird??
Der gleiche Gärtner erzählte uns, dass eine Bienen von Pflanzenschutzmitteln benachbarter Landwirte geschädigt wurden....
Rigole – Wasserzuführung für den Kanal der Kanäle „Canal du Midi“
Um dem langen Canal du Midi auch in Trockenzeiten mit Wasser versorgen zu können, hatten die damaligen Baumeister auch für eine Wasserzuführung oberhalb von Revel gedacht. Kleine Staubecken verstärken diese Absicht – wir folgen diesem kleinen Zufluss, an dem mehr Angler stehen als Fische zu sein scheinen. Ein beliebter Sport in Frankreich.
Die erste Weghälfte ist sehr gut, danach quälen uns Wurzeln, Pfützen und Kiesflächen, die Geschwindigkeit liegt rund um 10km/h und das Fahren ist auf Dauer sehr anstrengend - wir weichen daher auf Landstraßen aus. Hier rollt es sich angenehm, wenn auch mit einigen Steigungen. Die Motoren helfen brav und zuverlässig mit – und die Scheibenbremsen setzen spätestens oberhalb von 30 km/h ein. Unser „Geschwindigkeitsrekord“ liegt bei 44 km/h, dann wird das Lenkgefühl etwas schwammig. Wir möchten uns auf dem Sektor nicht weiter steigern.
Revel – riesige Markhalle
Wir erreichen bereits am Freitag das Städtchen Revel und finden die riesige alte Markthalle leer vor – bis auf das Office de tourisme in dem mittig gemauerten Teil der Markthalle. Von dort bucht Georg die Unterkunft bei Madame...
Die Markthalle ist umrundet von Arkaden mit vielen Geschäften, Bars usw.. Wir bedauern zwar die Übernachtung außerhalb dieses wimmeligen Städtchens, nehmen uns aber ein Wiederkommen auf einer der nächsten Reisen vor!
Samstags: Markthalle in Betrieb
Wir kehren zum Einkaufen für ein Picknick voll beladen nach Revel zurück, jeweils einer von uns geht zum Markt und staunt über die riesige Anzahl von Verkaufsständen vor, um und in der Markthalle. Regionale Produkte, lebende Tiere und viele Menschen.....Der Umweg hat sich sowohl kulinarisch als auch optisch gelohnt.
Madame Magnifique – nahe Revel 12_04_2013
Wir übernachten in einem Chambre d`hotes rund 6 km von Revel entfernt – diese Art des Bed and Breakfast ist familiärer als ein Hotel und man lernt leichter Land und Leute kennen. Unserer Gastgeberin kommt ursprünglich aus Guadeloupe, ist in der Welt herumgekommen und bewohnt nun ein schönes Anwesen mit Gästezimmern. Als wir ankommen sind Zimmermänner gerade mit der Anlage einer überdachten Terasse beschäftigt. Madame bewirbt ihre Unterkunft mit „Une pointe dèxotisme au du Lauragais“, was voll uns ganz zutrifft. Sie bietet uns auch das Abendessen an – eine lecke Suppe, danach St. Jacques und Fisch.....echt lecker!!
Nähere Infos zur Unterkunft: www.lametairiededreuilhe.com
Donnerstag, 11. April 2013
Nochmals Bienen....
Den Imkerinnen und Imkern sei gesagt, dass die Bienen hier gut Pollen eintragen. Nur besonders praktisch gelegene und interessant aussehende Bienenstände werden von Friedrich mit dem Fotoapparat aufgesucht. Bisher ohne Stiche! Ein Stand mit trogähnlichen Beuten, in denen jedoch Magazinbeuten stehen, erregte besonders seine Aufmerksamkeit. Da kein Imker in der Nähe war, kann man nur spekulieren, was der mit diesen „komischen“ Beuten vor hat. Alle Nichtimkermögen diesen Abschnitt überlesen...
Nix passiert....
Unsere Räder sind im unbeladenen Zustand „leicht zickig“....mit der ungünstigen Beladung hinten, sollte man bergauf keine Schlenker machen und erst recht nicht „am Lenker ziehen“. Ziemlich sanft hat Georg sein Rad auf die Seite gelegt. Mit elektrischer Schiebehilfe ließ es sich nach dem Aufheben ohne Zicken den Anstieg nach oben transportieren. Selbst im unbeladenen Zustand wäre es hier leicht zu Ähnlichem gekommen..
Olargues - fast nix los...
Nach 37 km erreichen wir Olargues, angeblich ausgezeichnet als das schönste Städtchen Frankreichs – olle Gemäuer gibt es reichlich, aber eigentlich hat am heutigen Mittwoch kein Restaurant geöffnet. Die Snackbar ist völlig dicht, eine Pizzeria wie auch ein größeres Restaurant generell mittwochs dicht und eine Bar hatte wegen Personalmangel die Küche geschlossen. Unser Hotel hatte ebenfalls heute keine Küche geöffnet – bis den Betreibern zum Glück einfiel, dass die Saison begonnen hat und sie ab jetzt mittwochs auch Essen anbieten. Wir greifen gerne zu und heben uns die zwischenzeitlich im einzigen (gerade noch geöffneten) Lädchen eingekauften Lebensmittel für den nächsten Tag auf. Picknick ist unterwegs die beste Möglichkeit, sich zu stärken.
Nachts sehen wir die ersten Fledermäuse in diesem Jahr vor unserer Nase flattern...nicht nur der Biologe ist erfreut! Dazu begeben wir uns diesmal zu Fuß auf die Metall-Eisenbahnbrücke des Ingenieurs Eiffel aus dem Jahre 1889...die übrigen Brücken hier sind viele Hundert Jahre älter...
10_04_20113 Mons la Trivalle
10_04_2013 endlich wieder auf dem Rad
Wir verlassen wohl gemästet unsere Freundin Marlies in St. Chinian und können es kaum erwartet, wieder unsere Drahtesel zu bewegen. Es gilt erst einmal, die Berge in Richtung Roquebrun, das sich malerisch an den Berg schmiegt und am Fluss L`Orbe liegt. Wir kennen den Fluss auch im Spätsommer, wenn er mit dem Kanu bei Niedrigwasser nur schwer zu bepaddeln ist. Jetzt würden sich Wildwasser-Paddeler sich richtig austoben können. Einige sehen wir aus der Ferne bzw. beim Überqueren von Brücken. Je mehr wir in die Berge kommen, desto wilder werden auch die Abschnitte des Orbs und seine Zuflüsse. 
Montag, 8. April 2013
Die Weinstöcke sind noch völlig kahl, durch die niedrigen Temperaturen haben sich die Pflanzen mit dem Wachstum zurück gehalten. Dafür blüht es zwischen den Rebstöcken, sofern dort nicht Pflanzenschutzmittel gesprüht wurde!
Übermorgen (Mi.) starten wir wieder mit vollem Gepäck – dann bleibt es dem Zufall überlassen, ab wann der Blog ergänzt werden kann. Wir bitten um Geduld und werden berichten...
Übrigens: In den Kneipen, die Internet anbieten, wird man förmlich zum Wein gezwungen: Kaffee oder Mineralwasser sind teurer!!
Bienen...
Wie bei jedem Besuch in dieser Gegend muss auch eine alte Schmalspur-Eisenbahnbrücke aufgesucht werden. Genauer: Ein Brückenpfeiler bietet in einer Höhle Honigbienen einen Wohnraum. In den vergangenen 7 Jahren war nur einmal kein Bienenvolk bzw. Bienenflug zu sehen. Morgens bei den „bienenunfreundlichen“ Temperaturen sind nur wenige Bienen unterwegs – diese in den Fokus der Kamera zu bekommen, gelingt Friedrich nicht. Für die Imker unter den Lesern: Friedrich verweist darauf, dass wir keine Aussagen darüber treffen (können), ob das Bienenvolk ohne Varroamilben-Behandlung auskommen kann: Dafür müsste man bei jedem Besuch DNA-Tests von Bienen machen. So ließe sich überprüfen, ob vielleicht das Volk abstirbt und ein neuer Bienenschwarm wieder eingezogen ist. Bei unseren Besuchen sehen wir diesmal Bienenflug – ohne Hinweise, ob dies immer noch Arbeiterinnen derselben Königin sind...
...
Der Wind hatte heute Geschwindigkeiten von 20 km/h und mehr – das können wir jetzt genau messen: Friedrich hat sich zum Gleitschirmfliegen einen Windmesser mit eingebautem Thermometer zugelegt. Morgens sind es „nur“ 13 Grad, nachmittags werden in der Sonne 20 Grad Celsius erreicht. Zum Vergleich: Im Gästezimmer unterm Dach (Standardgemäß Einfachglasscheiben, keine weitere Isolierung) sind es nachts 15 Grad Celsius. Die Nachtspeicheröfen im Erdgeschoß bieten gerade morgens angenehme Sitzflächen für Wärmeliebhaber. Wir wollen den Atomstromverbrauch unserer Gastgeberin nicht noch weiter erhöhen...
08_04_2013 St Chinian
Montags in Saint Chinian
Für Nicht-Franzosen: montags sind viele Geschäfte nur vormittags geöffnet – danach muss man sich bis zum Dienstag gedulden. Den gestrigen Sonntag haben wir uns geschont, na ja, wir waren noch ziemlich geschafft von der Tour, dem Wind und den Temperaturen. Mit Wein, Sekt und leckerem Essen liess es sich aber auch ganz passable leben: Eine Einladung zum Abendessen bei lieben Freunden, Andreas & Anthony, hatte einen leckeren und amüsanten Abend zur Folge.
Die Sonnenstrahlen zeigen sich heute erst ab Nachmittags, doch die müden Muskeln müssen in Gang kommen. Wir machen einen Radausflug mit Minimalgepäck an das niedliche Dorf Cessenon am Fluss Orb, der von einer ansehnlichen Stahlseilbrücke überwunden wird. Wir kennen die ganze Gegend ausschließlich im Sommer und Herbst – frisches Blattgrün – wie jetzt nach dem Winter – sucht man später im Jahr vergebens. Temperaturen oberhalb von 30 Grad sind hier bald und länger angesagt. Regen haben wir im Sommer kaum erlebt.
Sonntag, 7. April 2013
So. 07.04.2013 Saint Chinian
Die Sonne scheint und erwärmt im Laufe des Tages die Landschaft und die Sinne: von 10 Grad morgens bis ca. 18 Grad nachmittags. Der sonntägliche Marktbesuch dient den meisten Menschen zu Pläuschen mit Bekannten und Verwandten. Mancher jugendliche Besucher wagt sich in kurzer Kleidung raus – das überzeugt uns nicht. Erst beim Nachmittagskaffee ziehen wir reichlich Kleidung aus....
Jedes Blümchen, jede Biene erfreuen nach diesem extrem hartnäckigen Winter unsere Sinne. Mandelbäume und Kirschen blühen, auch wenn hier der Winter ebenfalls lang und kühl war. Solch ein Wetter können wir in den nächsten Wochen gebrauchen!


Der Kanal hat, wie in Frankreich reichlich verbreitet, eine Vielzahl von Platanen an seinen Uferseiten und anfangs noch einen sehr hochwertigen Radweg, der dann über Granulat zu einer Pfützenlandschaft wird. Seitliche Windböen wollen uns in den Kanal treiben, doch wir widerstehen. Unsere Muskulatur kann nicht überhitzen, denn der Kühlwind ist reichlich und mit bis zu 20 km/h auch ein hartnäckiger Gegner von vorn. In dem niedlichen Kanalstädtchen Le Somail benötigen wir eine windstille Pause und Stärkung. Die Besitzer des Salon de Thè erlauben uns sogar das Nachladen der Akkus, denn bei den niedrigen Temperaturen sind diese schneller geleert als erwartet. Es gilt schließlich noch 2 Berge zu erklimmen – mit Wind von vorne und dem nicht unerheblichen Gepäck, das wir sicherheitshalber erst gar nicht nachgewogen haben.
Es ist untertrieben, wenn wir behaupten, wir wären etwas erschöpft gewesen, als wir bei einsetzendem Regen nach 50 km unsere Freundin Marlies in Saint Chinian erreichen. Nach einer Ruhepause und einem leckeren Essen schmecken auch Wein bzw. Sekt, spät wird es abends nicht...unsere „humanoiden Akkus“ sind leer, die für die beiden Räder stehen ebenfalls zur Wiederaufladung bereit.
Sa. 06.04.2013 Ausstieg in Narbonne
Pünktlich um 7:34 Uhr hält der Zug in Narbonne und wir sind ziemlich unter Druck, alle Taschen und die Räder aus dem Zug zu schaffen: Je Rad sind es 4 Fahrradtaschen, 1 größere Tasche (quer auf dem Gepäckträger – Friedrichs Tasche fällt unwesentlich größer aus, denn es enthält noch ein kleines Fluggerät....), 1 Rolle mit Zeltsachen und 1 Rolle mit Schlafsack, Isomatte und Campingdreibeinstühlchen. Die Temperaturen sind hier nicht ganz der Jahreszeit entsprechend bzw. unerwartet niedrig, rund 6 Grad, viel Wind und ab und zu ein Regentropfen.
Zeit zum Frühstücken und Menschwerden im Bahnhof von Narbonne, dann gilt es den Kanal de la Robine zu finden und eine der wenigen Brücken zu überwinden. Die Kombination mit Treppenstufen schützt vor vielem und erhöht den sportlichen Anspruch an den Beginn der eigentlichen Radreise von rund 2.500 km in rund 9 Wochen.
Schlaf im Schlafwagen??
Die Nacht im Schlafwagen ist generell eine Herausforderung, daher waren wir gespannt, ob die SNCF einige Probleme abgestellt hat. Das Fahrwerk des Zuges war relativ leise, aber die Klimaanlage war unveränderbar -trotz Einstellknopf- auf Hitzetrocknung eingestellt. Mitten in der Nacht haben wir das Fenster geöffnet und den Windstrom mit der Aussenjalousie „geregelt“.
Sind auf dem Bahnsteig in Bremen fasst erfroren – die Bahn hatte Erbarmen mit uns und daher nur 10 min Verspätung. Mit Umstieg in Münster, was dank Fahrstuhl und warmem Kaffee ganz gut ging, landeten wir im berühmten IC Nordeich Mole – Luxemburg, wo wir abends ankamen. Nachahmer dieser Bahnreise sollten die folgenden Details unbedingt beachten:
Auf dem Bahnhof Luxemburg gibt es zwar Abfahrspläne, aber diese sind ohne Angaben der Gleise, denn diese variieren für jeden Zug und werden erst 20 min vor Abfahrt des Zuges festgelegt und an Monitoren bekannt gegeben.
Der wichtigste Zug auf der Hinreise ist der IC de nuit von Luxemburg nach Narbonne, mit einer Fahrradkapazität von 6 (!) Fahrrädern, doch die Fahrradkarte ist (anders als das Personenticket) nur in Frankreich an einem Bahnhof erhältlich. Die Besitzer der 6 Fahrräder werden in einem 6-Bett-Schlafabteil transportiert; vielleicht, um andere Mitreisende nicht mit dem Schweißgeruch der Trampelfreunde zu belästigen??
Erste Überraschung beim Betreten des Zuges an der Tür mit dem Fahrradsymbol: Die Innentür ist schmaler als eine Küchenschranktür, muss aber von allen Reisenden mit und ohne Gepäck einschließlich Fahrrad überwunden werden. Direkt nach dieser schmalen Tür müssen Fahrräder um 90 Grad gewendet in ein Abstell-Mini-Abteil eingeparkt werden. Zum Glück sind unsere Räder sehr kurz und haben einen Twist-off-Lenker: Hebel umlegen und schon lässt sich der Lenker um 90 drehen und steht nicht im Wege. Unser Dank an Fa. Flyer, die dies eingebaut hat. Alle anderen Fahrradbesitzer machen sich ansonsten daran, die Lenker zu lösen....
Unser weiteres Glück ist die Belegung des Schlafabteils nur mit uns – unser gesamtes Gepäck findet daher komplett Unterschlupf. Nicht jeder, der im Zug herumlief, war uns wirklich geheuer.

Abfahrt 05.04.2013
Montag, 1. April 2013
01. April 2013 Testfahrt für die große Tour 2013
-kein Aprilscherz-
Endlich, nach langem Warten auf Schnee- und Eisfreiheit konnten wir unser Gepäck auf die schnellen Flyer Isy verladen und eine kleine Tour in den Garten machen. Inga B.`s Bienen wurden besichtigt (flogen mit Pollenhöschen - nur wenige probierten es beim Kuchen) und Inga`s und Sonja`s Kaffe und Kuchen wurden verzehrt. Fazit: Imkerinnen zu besuchen, lohnt immer! Fazit 2: Die Räder liegen sehr angenehm auf der Strasse, auch wenn Friedrich`s Rad mit Gleitschirm noch mehr (als nötig) beladen ist. Aber auf halber Tour wird der grosse, "beflügelte" gelbe Sack gegen einen kleineren ausgetauscht. Und: Unglaublich aber wahr, wir erreichen schnell 30 km/h oder mehr, ohne ins Schwitzen zu kommen. Auch wenn es wärmer sein sollte als heute...
Nun heißt es, noch ein paar mal schlafen, dann geht es am 5.4. los. Wir werden berichten.



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